Schein oder nicht Schein, das ist hier die Frage!

Das Schlimmste gleich zuerst: Die Menschin hat jetzt einen Führerschein. Großer Gott des kühlen Kartoffelsalates – hat sich das mal einer vorher überlegt?
Wenn du die Menschin fragst, was in der StVO steht, dann fragt die doch zurück, in welcher Gemeinde ein solches Kirchlein liegen könnte! „… oder steht StVO nicht für Sankt Vorort?“

Die Menschin hat jetzt einen Führerschein. Na Prost Mahlzeit. Es ist ja nicht so, dass ich nichts dagegen [getan] hätte. Bei ihrem ersten Prüfungsversuch habe ich aus heiterem Himmel ein paar Straßenschilder an Stellen gezaubert, die dort gar nicht hingehört haben. Ha, beim heiligen X, das hat aber funktioniert! Hat das. Funktioniert, jaha. Aber dann kam der heutige Tag und nun ist alles vorbei.

„Mensch, Menschin“, sag ich zu ihr, als sie freudestrahlend nach Hause kommt und mir ihre Errungenschaft entgegenwippt – ein läppiger A5-Wisch, den ich problemlos schreddern verschwinden lassen könnte, aber a) läuft der bald von selbst ab (wohin, das steht nicht dabei) und b) kriegt sie ja dann irgendwann noch den echten Führerschein ausgehändigt und alles war umsonst. Und ich will ja nicht zu viel meckern, schließlich könnte sie mich nun jederzeit mal eben überfahren. Umlegen. Plattmachen! Ach, war ich mit dem X nicht schon gestraft genug?

Aber davon mal abgesehen, da hebt natürlich die Gender-Schlange in mir gleich wieder neugierig ihr Köpfchen. Frage ich die Menschin also, warum sie nicht gleich einen Führerinschein gemacht hat, da sie doch in naher Zukunft keine Wandlung ihres Geschlechtes anstrebt. Statt einer Antwort schleudert sie mir eine Gegenfrage an mein wohlig-wollig-weises Haupt: „Warum freust du dich denn nicht einfach für mich?“

Keine leicht zu beantwortende Frage, was meistens bei Fragen, die die Ingredienzen „warum“ und „nicht einfach“ beinhalten, der Fall ist.
[Warum hälst du nicht einfach mal den Mund?
Warum trinkst du nicht einfach mal weniger?
Warum können wir nicht einfach „Grey’s Anatomy“ schauen?
Warum nicht einfach einfach, sondern einfach nicht einfach?]
Also, die Sache ist die. Ich hatte auch mal ein Auto, und ich hatte auch schon fast einen Führerschein. Aber ich kam mit den Füßen nie an die Pedale, aus dem einfachen Grund, dass ich a) keine Füße habe und b) „Pedal“ vom lateinischen Wort „pedalis“ stammt, was wiederum „zum Fuß gehörig“ bedeutet. Tja, guckste in den Ofen, Kollege! Und ich finde das gemein. Was hat sie, was ich nicht habe? [Ja, ok, Füße, aber sonst?]

Aber hey, ich habe andere Qualitäten. Ich kann recht gut Witze auf niedrigem Niveau ausstreichen, gut antrocknen lassen und dann vorsichtig abziehen, um sie an anderer, unpassender Stelle wieder anzubringen. Sowas wie diesen:

Was hat Schuppen und putzt gut?
Jawoll: Ein Fischmob!

Renn, Tier!

Ist euch schon einmal aufgefallen [oder meinethalben auch mehrfach], dass Rentiere immer ein bisschen lachen müssen, wenn sie niesen? Ist ja auch ziemlich einleuchtend – ein niesendes Ren ist in etwa so lustig wie ein niesender Panda, nur mit weniger Panda und dafür mehr Ren. Stellt euch das mal vor, wenn das arme geweihte Tier sich zufällig auf einer vom Schnee verborgenen Eisfläche befindet und dann niest das … wie das abgeht! Das schießt doch bis weit über den Nordpol hinaus!

Der Duden hat da übrigens noch eine andere hochinteressante Nebeninformation dazu. Fragt man den Duden nach Rentier, dann bietet er nämlich zwei Dinge an: ein Neutrum [das niesende Rutsch-Ren] und ein Maskulinum: den [bzw. der] Rentier. „Jemand, der ganz oder überwiegend von Renten lebt.“
Gnahahah! Gehste den Weihnachtsmann besuchen und triffst im Wald einen Rentier mit roter Nase. Fragste: „Hey Rudi, alte Knopflochrose, was machst du hier?“ – Pöbelt der dich an: „Ich bin nicht der Rudi, ich bin der Gunther!“
… da kommt man doch völlig aus dem Takt, kommt man da. Fehlt nur noch die Rentier. Das ist dann wahrscheinlich eine Herde Rentiere, die aber doch nur aus einem Rentier besteht. Stell dir vor, es wird eine Herde gebildet und keiner geht hin. Früher war alles besser.

Reeeen

[Das ist nur eine täuschend echte Fotomontage. Als ich dem Ren neulich tatsächlich Geweih in Geweih gegenüberstand, war die Menschin nämlich zu verdutzt, um ein Foto zu machen. Die Nuss.]

Abschließende Preisfrage zu diesem Thema: Wem begegnet man, wenn man ein Ren Popo an Popo mit einem anderen Ren stellt? [Ha, geschickt die Mehrzahlbildung von „Ren“ vermieden! Sonst wäre es ein Rene geworden, aber da fehlt ja dann irgendwie wieder der Akzent.]

Na? Na??

Ich sag’s euch nicht. Meine Lippen sind versiegelt. Also, eigentlich sind sie vernäht, aber das klingt gleich wieder so gruselig. Jedenfalls, jetzt mal was ganz anderes. Vor gar nicht mal so langer Zeit befand ich mich in einer Kirche. Das war schön, denn draußen war schlechtes Wetter. Ich stolziere also durch das Gottshaus und versuche, mich nicht unangemessen zu benehmen, als mir plötzlich eine Wandtafel ins Auge fällt. Apropos – ist euch mal aufgefallen, dass ich der einzige coole Typ hier bin, auf den dieses Sprichwort tatsächlich passt? Auch wenn das natürlich wehtut?
Aber ich komme vom Thema ab. Ich verdinge mich also in der kirchlichen Gruft und unterhalte mich mit ein paar Weberknechten, als plötzlich er hier vor [bzw. hinter] mir steht:

Höffi

Wusstet ihr das? Was das wieder für Verflechtungen gibt! Da überlegt man es sich doch mehrmals, direkt vor der Schrankwand zu fluchen. Nicht, dass da mal spontan der Brockhaus runterkippt … Egal. So viel dazu.

Gerade kam im Radio, dass das Tragen von Fahrradhelmen weiterhin optional ist, aber empfohlen wird. Diese Scherzkekse. Wie soll ich so ein Riesending vom Fleck kriegen? Aber worauf ich eigentlich hinauswollte: Morgen ist Mittwoch. Das X steht für Gefahr. Behaltet das im Gedächtnis, wenn ihr mal wieder die Wäscheklammern nach Farben sortiert.