Renn, Tier!

Ist euch schon einmal aufgefallen [oder meinethalben auch mehrfach], dass Rentiere immer ein bisschen lachen müssen, wenn sie niesen? Ist ja auch ziemlich einleuchtend – ein niesendes Ren ist in etwa so lustig wie ein niesender Panda, nur mit weniger Panda und dafür mehr Ren. Stellt euch das mal vor, wenn das arme geweihte Tier sich zufällig auf einer vom Schnee verborgenen Eisfläche befindet und dann niest das … wie das abgeht! Das schießt doch bis weit über den Nordpol hinaus!

Der Duden hat da übrigens noch eine andere hochinteressante Nebeninformation dazu. Fragt man den Duden nach Rentier, dann bietet er nämlich zwei Dinge an: ein Neutrum [das niesende Rutsch-Ren] und ein Maskulinum: den [bzw. der] Rentier. „Jemand, der ganz oder überwiegend von Renten lebt.“
Gnahahah! Gehste den Weihnachtsmann besuchen und triffst im Wald einen Rentier mit roter Nase. Fragste: „Hey Rudi, alte Knopflochrose, was machst du hier?“ – Pöbelt der dich an: „Ich bin nicht der Rudi, ich bin der Gunther!“
… da kommt man doch völlig aus dem Takt, kommt man da. Fehlt nur noch die Rentier. Das ist dann wahrscheinlich eine Herde Rentiere, die aber doch nur aus einem Rentier besteht. Stell dir vor, es wird eine Herde gebildet und keiner geht hin. Früher war alles besser.

Reeeen

[Das ist nur eine täuschend echte Fotomontage. Als ich dem Ren neulich tatsächlich Geweih in Geweih gegenüberstand, war die Menschin nämlich zu verdutzt, um ein Foto zu machen. Die Nuss.]

Abschließende Preisfrage zu diesem Thema: Wem begegnet man, wenn man ein Ren Popo an Popo mit einem anderen Ren stellt? [Ha, geschickt die Mehrzahlbildung von „Ren“ vermieden! Sonst wäre es ein Rene geworden, aber da fehlt ja dann irgendwie wieder der Akzent.]

Na? Na??

Ich sag’s euch nicht. Meine Lippen sind versiegelt. Also, eigentlich sind sie vernäht, aber das klingt gleich wieder so gruselig. Jedenfalls, jetzt mal was ganz anderes. Vor gar nicht mal so langer Zeit befand ich mich in einer Kirche. Das war schön, denn draußen war schlechtes Wetter. Ich stolziere also durch das Gottshaus und versuche, mich nicht unangemessen zu benehmen, als mir plötzlich eine Wandtafel ins Auge fällt. Apropos – ist euch mal aufgefallen, dass ich der einzige coole Typ hier bin, auf den dieses Sprichwort tatsächlich passt? Auch wenn das natürlich wehtut?
Aber ich komme vom Thema ab. Ich verdinge mich also in der kirchlichen Gruft und unterhalte mich mit ein paar Weberknechten, als plötzlich er hier vor [bzw. hinter] mir steht:

Höffi

Wusstet ihr das? Was das wieder für Verflechtungen gibt! Da überlegt man es sich doch mehrmals, direkt vor der Schrankwand zu fluchen. Nicht, dass da mal spontan der Brockhaus runterkippt … Egal. So viel dazu.

Gerade kam im Radio, dass das Tragen von Fahrradhelmen weiterhin optional ist, aber empfohlen wird. Diese Scherzkekse. Wie soll ich so ein Riesending vom Fleck kriegen? Aber worauf ich eigentlich hinauswollte: Morgen ist Mittwoch. Das X steht für Gefahr. Behaltet das im Gedächtnis, wenn ihr mal wieder die Wäscheklammern nach Farben sortiert.

Köln – Können Ölbäume lässig niesen?

Guten Tag alle miteinander. Muss ich erwähnen, dass ich gestresst bin? Ich bin gestresst. Seit Wochen bin ich gestresst und ziehe keinen Mehrwert daraus. Es wäre ja besser, wenn ich hübsch gedresst wäre oder mich in entzückendem Geäst befände oder so, aber wenn immer alles so wäre, wie es besser wäre, dann wäre es ja gar nicht besser sondern schon auf der höchsten Gut-Stufe und man bräuchte „gut“ gar nicht komparieren und ach, dann wär ja auch wieder irgendwer traurig.

Jedenfalls, letztes Wochenende konnte ich erneut nicht in Ruhe meine Balkonbeete auf die Winterruhe vorbereiten [die Sonnenblümchen brauchen dringend neue Winterjacken und der Chili hat einen Heizstrahler angemeldet], sondern wurde diesmal in ein Flugzeug gesetzt.

Einmal dürft ihr raten, wo wir gelandet sind:

Turm

Die ganz fuchsigen Füchse unter euch wussten das vielleicht schon vorher, aber man soll ja nicht zu viel voraussetzen, sonst kommt man über diesen Berg dann am Ende nicht mehr drüber. Klettern ist ja eigentlich eh nicht so mein Ding, aber das wurde von der Menschin selbstverständlich gern ignoriert, sodass wir tatsächlich die fünftausend Stufen bis auf den Turm des entsprechenden Domes hochkeuchen mussten! Ich sage euch … Dauerlauf ist nix dagegen, dabei muss man ja immerhin nicht hoch!
Kaum war ich oben angekommen, wurde ich bereits mit meinem Namen empfangen, das fand ich ja ganz lieb.

Dombeschriftung

Davon abgesehen muss ich aber mal sagen, dass es mir ein völliges Rätsel ist, warum Menschen, die ein Gebäude besichtigen, a) einen Stift bei sich tragen und b) diesen auch noch zur Verschandelung des Bauwerkes benutzen. Haben die früher zu viel Fasermaler eingeatmet oder was? Unklar.
Der Dom war kaum noch zu erkennen, da er von einer dicht ineinandergreifenden Schicht persönlicher Verewigungen überzogen war. Man stelle sich das mal vor, wenn das so weitergeht, irgendwann kommt man nach Köln und findet den Dom nicht mehr! Dann stehen die Touristen neben dem Hauptbahnhof und alles, was sie sehen, ist ein monumentaler Haufen Gekrakel. Naja, irgendwie wäre das natürlich auch wieder amüsant. Aber dennoch.

Ansonsten war es recht nett da oben, auch wenn man eigentlich kaum was Tolles gesehen hat, denn wenn man auf dem Dom steht, sieht man ja den Dom selbst nicht, das ist eine bösartige Krux.

Ausguck   Schwebe

Glöckchen

Irgendwann stolperten wir die fünftausend Stufen wieder hinab und gerieten beinahe in den Tunnel des Bösen:

Tunnel

… aber zum Glück stellte sich das doch nur als der Ausgang heraus. Also, falls einer der werten Leser für sich mit dem Gedanken spielt, die Spitze des Kölner Domes erreichen zu wollen, dann kann ich nur plädieren: Nehmt euch einen Düsenantrieb mit. Oder eine zweite Lunge. Oder lasst euch einfach tragen, höhöhö. Die Menschin hat gar nicht gemerkt, dass ich mich zwischenzeitlich heimlich an ihrem Hosenbein festgeklammert habe … das müssen wir ihr auch nicht sagen. Als Belohnung nach der ganzen Tortur gab es dann nämlich Torte ein Pralinchen.

Pralinchen

Aber das wollte ich ja eigentlich alles gar nicht erzählen. Wie leicht man immer ins Plaudern kommt, wenn einem niemand dazwischenredet oder widerspricht … vielleicht sollte ich der Menschin auch nur noch virtuelle Nachrichten schreiben. Eine Überlegung wert.

Worauf ich eigentlich hinauswollte: Ich bin stark am Grübeln, ob ich vielleicht anfangen sollte, euch zu siezen. Also, Sie zu siezen. [Sieben Siebe siezten sie sizilianisch … das wäre doch mal ein schöner Beginn für irgendwas.] Das klingt dann nämlich viel wichtiger, wenn ich euch siezen würde, und dann könnte ich ein bisschen ernsthaft tun und mir vorstellen, entsprechend ernstgenommen zu werden und also was sich da für Möglichkeiten ergäben! Ich halte euch auf dem Laufenden. Seid nicht überrascht, wenn es plötzlich einfach passiert. Ihr könnt hinterher immer noch behaupten, dass ihr das gar nicht wolltet und nicht vorbereitet wart und es eben … einfach passiert ist.
Aber ich verzettele mich schon wieder. Wusstet ihr, dass unser schönes ablehnendes und häufig als einziger Ausweg erscheindendes Wörtchen „nicht“ die Negation des mittelhochdeutschen Wortes „iht“ (etwas, irgendwas) ist, das man wie „icht“ ausspricht, wie ihr ja bestimmt wisst? Wusstet ihr nicht? Verrückt. Jetzt schon.

Apropos jetzt schon, ich muss jetzt los. Eigentlich wollte ich ja heute auch nur ankündigen, dass es innerhalb der nächsten Tage einen wirklich spannenden Bericht hier geben wird. Es wird um Härte, Schweiß und Stahl gehen … und nein, es ist kein Backrezept.

Lasst euch überraschen und grüßt schön, wenn ihr meine Oma seht!

Es bessert die Vermessenheit, bis der Messer „Besser!“ schreit.

Anstelle einer Einleitung heute direkt mal eine visueller Reiz, da der Leser ja bekanntlich seine Augen auch gern mal ausruht und dazu wahlweise aus dem Fenster oder auf Bilder [oder a) auf Bilder mit Fenstern oder b) auf Fensterbilder] starrt.

Vorstellung

Jetzt wisst ihr also schon Bescheid. Das ist ich! Eigentlich müsste dort natürlich „Das bin“ stehen, aber man kann ja von den Menschen auch nicht alles verlangen. Da ich einmal so im Bildermodus bin, dürft ihr anhand des folgenden Bildes auch gleich noch raten, wo ich ist:

Nachstellung

… richtig geraten: In Frankfurt am Main! Hat das X euch verwirrt? Dachte ich mir. Also nochmal von vorne.

Inzwischen bin ich nicht mehr in Frankfurt am Main, denn da ist ja heutzutage gar nichts mehr los, aber letztes Wochenende sah das noch ganz anders aus. Die Menschin hat mich mal wieder fertiggemacht. Ich glaube ja, dass sie 50 % ihrer Zeit, also im Schnitt 4320 Minuten pro Woche [Sonntag ausgenommen] darauf verwendet, sich zu überlegen, wie sie mich in Stress versetzen könnte, und die anderen 4320 Minuten dann dazu nutzt, den Plan umzusetzen. Ja und Sonntag legt sie die Beine hoch, als ob nichts wäre. Aber ich schweife ab.
Die Menschin und ich setzten uns also letzte Woche Freitag in einen Zug [Bitte keine Nachfragen, warum dieser Eintrag erst heute kommt, wo der Plot doch schon letzte Woche Freitag begann … das X wird zu rechter Zeit die linken Antworten liefern.] und zunächst musste ich wieder in der Tasche sitzen, damit der Schaffner mich nicht sieht, denn Fahrkarten sind ja auch nicht mehr das Billigste heutzutage. Wir verbrachten eine umfassende Anzahl von Zeiteinheiten in dem ratternden Objekt, dann wurde ich ausgestiegen und woanders wieder eingestiegen und wieder ausgestiegen und plötzlich mit einer befremdlichen Menschenmenge konfrontiert.

Fans

Mein erster Gedanke war, dass es dort irgendwas kostenlos gab und der zweite, dass ich doch zu lange geschlafen und daher meine eigene Berühmtwerdung verpasst hatte. Die Menschin verneinte beides und sagte, wir wären auf einer Messe.
Was hier gemessen werde, abgesehen von der allgemeinen Belastbarkeit eines Individuums während der Konfrontation mit zu vielen Mitwesen, fragte ich weiter.

„Bücher“, sagte sie.

„Bücher?“, harkte ich nach.

„Bücher!“, beendete sie die Diskussion.

Das fand ich reichlich merkwürdig, beließ es jedoch zunächst dabei. Wozu messen Menschen Bücher, wenn man die doch eigentlich lesen soll? Oder fehlt da ein r und eigentlich werden die Bücher geschnitten? Verschnitten? Oder hat es am Ende doch was mit dem Bruder des heiligen X zu tun?
Natürlich erhielt ich ganz glaskastenmäßig darauf keine befriedigende Antwort. Es ist ja aber generell häufig so, dass die Antworten der Menschen mich vom Frieden eher entfernen als ihm näherbringen.

Nun verbrachten wir zwei Tage auf dieser vermessenen Veranstaltung, auf der tatsächlich wie in einem Streichelzoo Bücher ohne Ende durch Menschenhände gingen. Sie lagen überall herum, sie wurden ungefragt angefasst und sogar geöffnet, aber am Ende verblieben sie bei ihren Wärtern. Es war empörend. Wie sich die Bücher dabei fühlten, darum kümmerte sich kein Mensch und auch kein anderes anwesendes Wesen. Ich hätte ja … aber die Menschin hatte mich stets fest im Griff.

Zwei Dinge sind mir aufgefallen während dieser unfreiwilligen Studie des Verhaltens von Messemenschen:

a) Sie konsumieren noch mehr Alkohol als Nichtmessemenschen.
b) Sie konsumieren noch mehr Alkohol als Nichtmessemenschen.

Beweise? Beweise!

In Bar

Dort saßen sie, und dann verleiteten sie den armen kleinen Kobold direkt zur Mittäterschaft.

Mojito   Ginial

Was hätte ich tun sollen? Um mal eben zu rilken: … aus dem Ewigen ist kein Ausweg! Wer widerruft Jubel? [Kennste nicht? … Die Ecke des heimlichen Schämens ist hinten halb links.]

So war das also. Messe, tz. Was das soll! Ein Vorwand für Gruppengelage und haptische Buchbelästigung, das war das! Aber das darfste ja wieder nicht laut sagen. Sonst verschwindest du auch mal ganz schnell zwischen zwei Deckeln und dann ist aber Schluss mit lustig! [Warum eigentlich Schluss mit lustig? Was ist das denn für eine grammatikalische Konstruktion? Unklar.]

Der positive Nebeneffekt der ganzen Schinderei war aber natürlich, dass ich ein paar hochinteressante Verbündete gefunden habe, zum Beispiel einen Müslibecher und eine junge Dame. Die hatten sich auch schon dem ultrageheimen Untergrund angeschlossen, wollen aber in der Öffentlichkeit nichts weiter darüber sagen, da das mit dem „ultrageheim“ ja sonst in Zukunft eher schwierig wird.

Frühstück Fräulein

Welches Fazit ist zu ziehen? Frankfurt hat äußerst interessante Architektur zu bieten.

Kunst

… ansonsten verhält sich die Stadt eher unauffällig und pfercht ihre Bewohner unter dem „Messe“-Vorwand in riesigen Hallen zusammen, damit sie nicht so viel Dreck auf den Straßen machen. Eigentlich eine schlaue Idee. Aber ich glaube, beim nächsten Mal bleibe ich einfach zu Hause und harke in Ruhe meine Gartenanlage. Oder den Lotto-Automaten.