Die Mittwochsweisheit, Folge 12

Kam die Hummel einst zum Bäcker.
Sie schnupperte: „Ui, das riecht lecker!“
War nur leider etwas wirr
und flog mit Wumms gegen die Tür.

Dann noch einmal gegen das Fenster,
nun sah sie langsam schon Gespenster.
Schließlich fand sie grade noch
für den Durchflug doch ein Loch.

„Bäckerin, ich muss mich fragen“,
hob die Hummel an zu sagen,
„warum das draußen so gut riecht –
wie der Duft von hinnen kriecht?

Wo doch alles ist verschlossen!
Wie ist der Mulm denn rausgesprossen?“
Die Bäckerin, die grinst verschmitzt,
da sie so hinterm Tresen sitzt.

„Betriebsgeheimnis“, flötet sie,
„wir haben da so einen Tri-
ck. Möchtest du vielleicht was trinken?
Nicht dass du glaubst, ich will dich linken!“

Die Hummel ist recht unbestechlich,
doch hier geht sie drauf ein – tatsächlich.
„Ein Espresso bitte schön …
und dann muss ich wieder gehn.“

Drei Stunden ziehn in Plauderei,
man lächelt, trinkt und schwatzt dabei.
So um die zwanzig kleine Tassen
hat sich die Humel bringen lassen.

Ihr Durchmesser hat sich geweitet
als schließlich sie zum Gehen schreitet,
und leichter Irrsinn liegt im Blick:
„Hab Dank, ich find allein zurück!“

So tremort sich die Hummel raus.
Die Welt sieht ihr so seltsam aus!
„Das nächste Mal“, denkt sie und hickst,
„verzicht ich auf den letzten Espresso.“
[JA JA, reim du doch erstmal selbst was Ordentliches auf „hickst“!]

 

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