Das Dienstagsding, diesmal: Erste Hilfe

Die Menschin kann jetzt Erste Hilfe. Jahaaa. Kann die nämlich. Und was die sich darauf einbildet, da fällst du bald drüber in Ohnmacht und lieferst ihr direkt die Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen. Aber das will ja keiner. Wenn du einer Frau das Gegen ihres Teiles beweist, dann bist du entweder ein Macho oder ein Rechthaber oder ein Lügner, aber auf jeden Fall wird dir die Anerkennung verwehrt, die dir mehr gebührt als andere Gebühren. Aber ach. Ich schweife ab.

Wir mussten uns also zu einer Zeit, in der die Vögel sich im Nest noch einmal rumdrehen, um sich so richtig einzumummeln, es war gegen acht Uhr morgens, in einem Bürogebäude einfinden, das auch noch eine hübsche Anzahl anderer Hilfsscheinbedürftiger gefunden hatte, und dann saßen wir da erstmal im Kreis. Eigentlich hätte es ein U sein sollen, aber das X schwebte mal wieder über allem: Es waren so viele gekommen, dass das U spontan seine Extremitäten zum O verband, sodass wir hübsch im Kreis das Verbinden lernen konnten. Ich fand das ja an sich gar nicht mal so tragisch, da wir zwischen Damen saßen, denen ich gern wechselweise auf den Zahn oder am Puls der Zeit was fühlen wollte. Räusper.

Die Ausbilderin strahlte, redete schneller als eine aufgeregte Siebenjährige und würzte ihren Informationsschwall mit Weisheiten wie: „Nur, was nach unten fiel, ist steril!“ … Nun. Man könnte sagen, wir haben viel gelernt, aber man soll ja nicht lügen. Auf jeden Fall kann ich jetzt die stabile Seitenlage, auch wenn sie nicht so stabil ist, wie sie sich auch nicht anfühlt:

Seitenlage

Und natürlich glänze ich auch in der stabilen Bauch- und Rückenlage. Tja Leute – Training, Training, Training!

Bauchlage Rückenlage

Aber das nur am Rande. Als wir nach sechseinhalb Stunden den gläsernen Turm der Errettung wieder verlassen durften, war uns derart blümerant, dass wir uns nicht einigen konnten, wer an wem zuerst seine Kenntnisse der Reanimation ausprobieren sollte. Es endete in einer handgreiflichen Auseinandersetzung, die um ein Haar mit einer Aussetzung meinerseits geendet hätte, weshalb mir nichts weiter übrig blieb als klein beizugeben, um eine etwaige Beisetzung zu verhindern. Wir legten also lieber bei und gingen nach Hause.

„Alkohol ist schlecht“, dozierte die Menschin eine etwa einhundertzwanziggliedrige Minutenkette später vor dem heimischen Kühlschrank und machte sich einen Wein auf. „Und Zucker ist auch nicht gesund!“, legte sie nach und sich einen Schokoriegel auf die Zunge. „Aber ich hab ja jetzt einen Schein. Der gilt für dich mit. Du kannst mich dann also bei Gelegenheit mal retten“, beendete sie ihren Vortrag und den laufenden Tag und verschmolz für eine scheinbare Ewigkeit mit der Ottomane neben dem Flügel.

Heiliges X, das du bist in meiner Umlaufbahn, verhindere ihre Vorhersage. Sonst wird nicht nur dem Wetter demnächst wieder schlecht. Hicks.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s