Das Dienstagsding, diesmal: Des Frühlings Erwachen

Gut Freunde, den alten Hut zuerst: Was ist das Gegenteil von Frühlinkserwachen? Jawoll: Abendsrechtseinschlafen! Was haben wir wieder gelacht.
Davon abgesehen muss ich sagen, da draußen ist ja ganz schön was los momentan. Das ist ein Sturm, dass man direkt den Drang folgen lassen möchte; ein gefährlich verwehender Wind, der das blaue Frühlingsband ja eher steifbrisig durch die Kante prügelt, anstatt es laulüftig über den Krokus-Armeen flattern zu lassen. Mein lieber Herr Gesangsverein! Aber schön ist das ja schon. Ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, vorhin zur Tagesbeginnung zunächst ein Sonnenbad zu nehmen.

Sonne

Ich hab richtig Farbe bekommen, merkt ihr? Wenn das so weitergeht, muss ich die Menschin anhauen, mir eine Badehose zu häkeln. Aber die hat derzeit mal wieder andere Dinge im Kopf. Der Balkon soll neu bepflanzt werden, jetzt wo die Eisblumen endgültig nicht mehr zu wachsen scheinen.
Natürlich musste ich da erst einmal einen längeren Diskurs über die Seelen der letztjährigen Balkonpflanzen vom Zaun brechen und wäre fast über selbigen hinabgesegelt. Mein Vorschlag, einfach die beinahe bereits fossilisierten Restpflanzen in den Kästen neu anzumalen, wurde natürlich mal wieder nicht erhört.
„Das Leben muss jedes Jahr neu entstehen“, unsinnierte die Menschin und notierte sich zu besorgende Dinge auf einen Zettel. Ob wir wenigstens auch Kakaobohnen anpflanzen könnten, fragte ich, und wie es dieses Jahr mit der Mentha piperita aussähe, der allseits bekannten Hugo-Minze? Doch die Menschin war schon in Sandalen und Strandkleid gehüpft und sprang sonnenbebrillt die Treppen hinab in Richtung 16°C Außentemperatur. Kannste knicken!

Mir ist schon klar, warum der ganze Irrsinn hier „Frühlingserwachen“ heißt. Ich stelle mir den Frühling als ein geschlechtsneutrales, tuffiges, grünes Wesen vor, vielleicht ein bisschen flauschig und immerzu lächelnd. Ich hab da mal heimlich ein Foto für euch gemacht:

Frühling

Er schläft im Winter auf Wiesen und Feldern unter Matsch und Schnee, und sobald die Sonne diese Kruste einigermaßen aufgelutscht hat, erhebt sich der Frühling mit einem epizentrischen Karacho aus dem Boden, sodass die eine Hälfte der Menschheit in erschrockenes Niesen verfällt und die andere Hälfte in extatisches Jubeln. Das ist nämlich auch die tatsächliche Ursache dafür, was immer „Allergie“ genannt wird. Frühblüher, Pollen, Schnupfen im Heu, alles Quatsch. Die Leute sind einfach nur schockiert! Wer wäre das bei so einem Anblick auch nicht? Aber diese Wahrheit wird sich wahrscheinlich niemals durchsetzen.

Die Fragen, die sich angesichts des bedrohlich heranrückenden Osterspazierganges stellen, sind natürlich diese: Gibt es tatsächlich immer was zu tun? Tragen Kater auch mal Gummistiefel? Und warum schrieb Vivaldi keine Partituren für Schneeglöckchen?

In diesem Sine schließe ich heute mit einem frühlingshaften Gedicht:

Frühlingshaftes Gedicht

Der Himmel blau,
die Wiese grün –
im Morgentau
wird es bald blüh’n!

Der Gärtner tänzelt schon heran
mit Kanne, Harke, Spa[r]ten,
und fläzt sich wohlig hin sodann
in seinen großen Ga[r]ten.

Die Gärtnerin nimmt ihn beim Kopf
und gibt ihm ein paar Küsse.
Da packt der Gärtner sie am Schopf
und zeigt ihr seine Gewächshäuser.

In diesem Sinne: Pumpt euch auf und macht die Räder fit! Möge das X mit euch sein!

Ein Gedanke zu “Das Dienstagsding, diesmal: Des Frühlings Erwachen

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