Es bessert die Vermessenheit, bis der Messer „Besser!“ schreit.

Anstelle einer Einleitung heute direkt mal eine visueller Reiz, da der Leser ja bekanntlich seine Augen auch gern mal ausruht und dazu wahlweise aus dem Fenster oder auf Bilder [oder a) auf Bilder mit Fenstern oder b) auf Fensterbilder] starrt.

Vorstellung

Jetzt wisst ihr also schon Bescheid. Das ist ich! Eigentlich müsste dort natürlich „Das bin“ stehen, aber man kann ja von den Menschen auch nicht alles verlangen. Da ich einmal so im Bildermodus bin, dürft ihr anhand des folgenden Bildes auch gleich noch raten, wo ich ist:

Nachstellung

… richtig geraten: In Frankfurt am Main! Hat das X euch verwirrt? Dachte ich mir. Also nochmal von vorne.

Inzwischen bin ich nicht mehr in Frankfurt am Main, denn da ist ja heutzutage gar nichts mehr los, aber letztes Wochenende sah das noch ganz anders aus. Die Menschin hat mich mal wieder fertiggemacht. Ich glaube ja, dass sie 50 % ihrer Zeit, also im Schnitt 4320 Minuten pro Woche [Sonntag ausgenommen] darauf verwendet, sich zu überlegen, wie sie mich in Stress versetzen könnte, und die anderen 4320 Minuten dann dazu nutzt, den Plan umzusetzen. Ja und Sonntag legt sie die Beine hoch, als ob nichts wäre. Aber ich schweife ab.
Die Menschin und ich setzten uns also letzte Woche Freitag in einen Zug [Bitte keine Nachfragen, warum dieser Eintrag erst heute kommt, wo der Plot doch schon letzte Woche Freitag begann … das X wird zu rechter Zeit die linken Antworten liefern.] und zunächst musste ich wieder in der Tasche sitzen, damit der Schaffner mich nicht sieht, denn Fahrkarten sind ja auch nicht mehr das Billigste heutzutage. Wir verbrachten eine umfassende Anzahl von Zeiteinheiten in dem ratternden Objekt, dann wurde ich ausgestiegen und woanders wieder eingestiegen und wieder ausgestiegen und plötzlich mit einer befremdlichen Menschenmenge konfrontiert.

Fans

Mein erster Gedanke war, dass es dort irgendwas kostenlos gab und der zweite, dass ich doch zu lange geschlafen und daher meine eigene Berühmtwerdung verpasst hatte. Die Menschin verneinte beides und sagte, wir wären auf einer Messe.
Was hier gemessen werde, abgesehen von der allgemeinen Belastbarkeit eines Individuums während der Konfrontation mit zu vielen Mitwesen, fragte ich weiter.

„Bücher“, sagte sie.

„Bücher?“, harkte ich nach.

„Bücher!“, beendete sie die Diskussion.

Das fand ich reichlich merkwürdig, beließ es jedoch zunächst dabei. Wozu messen Menschen Bücher, wenn man die doch eigentlich lesen soll? Oder fehlt da ein r und eigentlich werden die Bücher geschnitten? Verschnitten? Oder hat es am Ende doch was mit dem Bruder des heiligen X zu tun?
Natürlich erhielt ich ganz glaskastenmäßig darauf keine befriedigende Antwort. Es ist ja aber generell häufig so, dass die Antworten der Menschen mich vom Frieden eher entfernen als ihm näherbringen.

Nun verbrachten wir zwei Tage auf dieser vermessenen Veranstaltung, auf der tatsächlich wie in einem Streichelzoo Bücher ohne Ende durch Menschenhände gingen. Sie lagen überall herum, sie wurden ungefragt angefasst und sogar geöffnet, aber am Ende verblieben sie bei ihren Wärtern. Es war empörend. Wie sich die Bücher dabei fühlten, darum kümmerte sich kein Mensch und auch kein anderes anwesendes Wesen. Ich hätte ja … aber die Menschin hatte mich stets fest im Griff.

Zwei Dinge sind mir aufgefallen während dieser unfreiwilligen Studie des Verhaltens von Messemenschen:

a) Sie konsumieren noch mehr Alkohol als Nichtmessemenschen.
b) Sie konsumieren noch mehr Alkohol als Nichtmessemenschen.

Beweise? Beweise!

In Bar

Dort saßen sie, und dann verleiteten sie den armen kleinen Kobold direkt zur Mittäterschaft.

Mojito   Ginial

Was hätte ich tun sollen? Um mal eben zu rilken: … aus dem Ewigen ist kein Ausweg! Wer widerruft Jubel? [Kennste nicht? … Die Ecke des heimlichen Schämens ist hinten halb links.]

So war das also. Messe, tz. Was das soll! Ein Vorwand für Gruppengelage und haptische Buchbelästigung, das war das! Aber das darfste ja wieder nicht laut sagen. Sonst verschwindest du auch mal ganz schnell zwischen zwei Deckeln und dann ist aber Schluss mit lustig! [Warum eigentlich Schluss mit lustig? Was ist das denn für eine grammatikalische Konstruktion? Unklar.]

Der positive Nebeneffekt der ganzen Schinderei war aber natürlich, dass ich ein paar hochinteressante Verbündete gefunden habe, zum Beispiel einen Müslibecher und eine junge Dame. Die hatten sich auch schon dem ultrageheimen Untergrund angeschlossen, wollen aber in der Öffentlichkeit nichts weiter darüber sagen, da das mit dem „ultrageheim“ ja sonst in Zukunft eher schwierig wird.

Frühstück Fräulein

Welches Fazit ist zu ziehen? Frankfurt hat äußerst interessante Architektur zu bieten.

Kunst

… ansonsten verhält sich die Stadt eher unauffällig und pfercht ihre Bewohner unter dem „Messe“-Vorwand in riesigen Hallen zusammen, damit sie nicht so viel Dreck auf den Straßen machen. Eigentlich eine schlaue Idee. Aber ich glaube, beim nächsten Mal bleibe ich einfach zu Hause und harke in Ruhe meine Gartenanlage. Oder den Lotto-Automaten.

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