Wer im Glashaus sitzt, sollte sich im Dunkeln umziehen.

Gestern kamen wir spät nach Hause und die Menschin schleppte einen gläsernen Kasten vor sich her. Meine Bitte, im Kasten sitzen zu dürfen und so mehr vom Weg und der Welt sehen zu können, schmetterte sie ab mit dem flachen Argument, dass es a) dunkel sei und b) nichts zu sehen gäbe. Letzteres führte mich zu der interessanten Frage, ob es Dinge in der Welt gibt, die von vornherein nicht dazu gemacht sind, gesehen zu werden und dementsprechend nicht zu sehen sind, während andere allein von der Betrachtung leben. Diese Frage ist leicht zu beantworten. Wer einmal einem Tiefseefisch bei Tageslicht gegenüberstand oder -schwamm, merkt schnell, dass diese Tiere tendenziell eher unter der optischen Wahrnehmungsgrenze rangieren sollten.

Worauf ich eigentlich hinauswollte: Der mysteriöse Glaskasten steht derzeit auf dem Sofa. Das ist ziemlich blöd, denn das Sofa ist eher zum Sitzen konzipiert und der olle Kasten hat keinen Hintern. Beine hat er auch nicht, aber stehen kann er merkwürdigerweise trotzdem. [Sagt jetzt nichts. Ich habe Beine! Man sieht sie nur nicht so gut, weil die Hose so wuschlig ist.] Die Menschin sagt, wir brauchen den später. Meine Frage nach näheren kausalen Zusammenhängen beleidigte sie mit der banalen Antwort, dass mich das a) nichts anginge und ich es b) schon früh genug erfahren würde. Jetzt mache ich mir natürlich berechtigterweise Sorgen. Denn was kann ein Mensch mit einem Glaskasten anfangen?

a) Ihn leer rumstehen und einstauben lassen.
b) Etwas darin einsperren.
c) Ihn medienwirksam kaputthauen.
d) Eine Glaskastensammlung damit aufbauen.

Option a) liegt nicht nahe, denn zum Verstauben hätte sie ihn nicht herholen müssen und c) ist gefährlich und abwegig, denn die Menschin sieht nicht gern Blut. Bleiben nur noch b) und d), wobei Letzteres auch nicht einleuchtet, da die Menschin bereits etwas anderes sammelt. Also wird sie mich einsperren und Geld für meine Betrachtung verlangen! Ein Hugo-Zoo! Vielleicht sogar noch mit anderen von meiner Sorte! HEILIGES X!
Ich muss einen Fluchtplan entwickeln. Vorschläge werden gern entgegengenommen.

Aber worauf ich eigentlich hinauswollte. Ich habe ein Rätsel der Evolution gelöst. Darwin hatte ja ein paar ganz nette Ideen, aber den eigentlichen Clou hat er verpasst! Seht euch mal bitte folgendes Bild an:

Chililution

Was können wir hier ganz deutlich erkennen? Ganz deutlich? Ohne zusätzlich etwas hineindeuten zu müssen? Genau. Der Mensch hat sich aus der Chilischote entwickelt.

Hinweise darauf findet man vor allem darin, dass Menschen fast nie grün sind (aber öfter mal rot) und dass sie den aufrechten Gang bevorzugen, ebenso wie die ausgewachsene Chili – allerdings ist der Mensch noch aufrechter und größer und gängiger, muss also eine Weiterentwicklung sein. Sicher, Kritiker werden anbringen, dass der gemeine Mensch zwar gern mal für etwas brennt, aber ebenso sauer oder gar verbittert sein kann, doch es ist ja gar nicht bewiesen, dass die Ur-Chili, die die Grundlage für beide Arten (Chili und Mensch) darstellt, nicht auch diese Geschmacksrichtungen gehabt hat! Hat das denn damals mal einer geschmeckt? Nein! Daher lässt sich diese These wohl kaum falsifizieren und ich begrüße den Dienstag mit einem vollmundigen: Ich habe recht.
[Aber vergesst bei aller naturwissenschaftlicher Betrachtung bitte niemals das lauernde X, das irgendwo die Gefahr verkündet. Nachts ist es schließlich kälter als draußen.]

2 Gedanken zu “Wer im Glashaus sitzt, sollte sich im Dunkeln umziehen.

  1. Ach Hugo, du weißt schon, dass der
    Zeitstrahl bei der Anzeige von Entwicklungen immer von LINKS nach RECHTS geht? Was heißt, der Mensch entwickelt sich zur grünen Chillischote! X-mäßiger gehts wohl nicht! Es konnte also auch ein Rettungsglasbehälter für H… werden.

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    1. Verflixt … Ich wusste, dass die Theorie noch eine kleine Schwäche hat. Da muss ich bei Gelegenheit mal das Raum-Zeit-Kontinuum umdrehen!
      Der Glaskasten steht immer noch bedrohlich hier rum … Hoffentlich gibts da drin Internet.
      Schöne Grüße! 🙂

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